Hinter dem Wort „Weitsichtigkeit“ (in Fachkreisen wird auch von Übersichtigkeit, Hyperopie oder Hypermetropie gesprochen) versteckt sich eine Fehlsichtigkeit, bei der besonders das scharfe Erkennen von Gegenständen aus nächster Nähe schwierig fällt. Genauer gesagt gelingt es bei der Betrachtung eines Gesichtes, eines Bildes oder eines Gegenstandes aus sehr kurzer Entfernung nicht, das Licht stark genug zu bündeln. Somit entsteht auf der Netzhaut (= spezielles Nervengewebe auf der hinteren Augeninnenseite) kein scharfes Abbild des Gesehenen. Beim Betrachten von Dingen in weiterer Ferne tritt dieses Problem meist nicht auf, d.h. in der „Ferne“ scheint alles klar und scharf.

Meist wird eine Übersichtigkeit nicht sofort erkannt. Denn je nach Alter des Betroffenen kann diese ziemlich gut selbst auskorrigiert werden. Durch dauerndes Anspannen der Augenmuskeln kann man nämlich die Linse so verändern, dass die Weitsichtigkeit ausgeglichen wird. So ist scharfes Sehen zwar möglich, allerdings muss sich der Sehende dabei ziemlich anstrengen. Je jünger man ist, desto leichter fällt es einem. Dennoch sollte eine Weitsichtigkeit mit einer passenden Brille oder Kontaktlinsen korrigiert werden (bei Weitsichtigen ist die Dioptrien-Stärkenangabe übrigens im „+“ Bereich).

Stetes anstrengen der Augenmuskeln führt nämlich in vielen Fällen zu Kopfschmerzen und Erschöpfungs-Gefühlen,   aber auch zu Augenschmerzen oder gar Entzündungen und Reizungen.  Auf längere Zeit empfiehlt sich deshalb eine „Selbstkorrektur“ sicherlich nicht. Denn man sollte niemals an den Augen sparen!!! Besonders bei Kindern sollte auf keinen Fall auf eine Brille zur Korrektur verzichtet werden. Denn der stete „Selbst“-Ausgleich der Weitsichtigkeit kann besonders im Kindsalter ein Einwärtsschielen bewirken und auch zu bleibenden Schäden der Augen führen. Eine Abklärung der Sehfähigkeit empfiehlt sich also (besonders) auch bei Kindern im (Vor-)Schulalter.

Zur Korrektur einer Übersichtigkeit eignen sich einerseits Brillen, andererseits aber auch Kontaktlinsen, welche in den letzten Jahren immer beliebter wurden (nicht zu letzt, da sich auch das Angebot vergrössert und verbessert hat). Bei einer Brille ist zu beachten: je stärker die Korrektur ist, desto dicker werden die Brillengläser. Zum Glück hat es auch im Bereich der Brillengläser und Brillengläsermaterialien in den letzen Jahren enorme Fortschritte gegeben. So muss man heute auch mit einer starken Plus-Korrektur nicht mehr mit sogenannten Flaschenböden herumlaufen.