Der aus Asien stammende Augenwurm Thelazia callipaeda wurde erstmals 1989 in Italien nachgewiesen. Seither hat er sich massiv verbreitet und wurde bereits 2004 im Tessin vermehrt angetroffen. Der sogenannte “Orient-Augenwurm”, der bis zu 2cm heranwachsen kann, infiziert vorallem Hunde und Füchse. Der parasititisch lebende Fadenwurm besiedelt als Endoparasit (“Innenschmarotzer”) verschiedene innerere Organe und sogar die Haut. Die Mehrheit der Fadenwürmer lässt sich im Verdauungstrakt nieder. Heutzutage sind bis zu 30 verschiedene Fadenwurmarten bei unseren Haushunden nachgewiesen. Die Meisten rufen bei erwachsenen Tieren keine oder nur eine sehr geringe Krankheitserscheinung hervor. Die meisten Würmer lassen sich nach einer Infektion durch die Untersuchung des Hundekots auf Eier oder Larven nachweisen. Einige Arten können jedoch auch auf den Menschen übergehen und zu gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb sollte eine regelmässige Entwurmung Ihres Lieblings nicht vernachlässigt werden, denn somit wird die Befallshäufigkeit und damit auch die Infektionsgefahr deutlich reduziert.

Der Augenwurm Thelazia callipaeda ist im Vormarsch und ist bereits im Südtessin bei 6% aller Hunde und über 11% aller Füchse nachgewiesen worden. Die Tendenz für seine Verbreitung ist stark ansteigend und die Gefahr gross, dass der Augenwurm die Alpen überquert und die Deutschschweiz besiedelt. Übertragen werden die Larven des Wurms von der Fruchtfliegenart Phortica variegata, die sich wie auch der Wurm von der Tränenflüssigkeit ernährt. Der Wirt für ihre Nahrung stellen hauptsächlich Füchse, Hunde und Katzen, aber auch Menschen dar. Wie der Name es schon sagt, besiedelt der Augenwurm die Augen seines Opfers und ernährt sich dabei von seiner Tränenflüssigkeit. In Asien sind es häufig alte Menschen und kleine Kinder betroffen, die von einer Infektion betroffen sind, da sie den ganzen Tag im Freien sind und damit eher mit der Fruchtfliege in Kontakt kommen. Auch in Europa wurden die Würmer bereits bei vier Menschen in Italien und Frankreich angetroffen. Der Augenwurm ist extrem lästig und verursacht schwere Augenentzündungen und Gewebeschäden. In einer neuen Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Phortica-Fliege sogar bei uns auf Futtersuche ist, vor allem im Tessin, aber auch in Zürich. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich der Augenwurm auch nördlich der Alpen etablieren kann. Die Übertragung geschieht über ihren eigenen Hund, über Füchse oder über die Fruchtfliege selber. Nach einem Aufenthalt im Tessin sollten Sie Ihren Hund deshalb gut im Auge behalten und bei allfälligen Augenproblemen Ihren Tierarzt kontaktieren.