Die arabischen Länder im norden Afrikas und im nahen Osten werden seit Jahren, ja seit Jahrzehnten von Despoten, Autokraten, selbsternannten Königen und herrschsüchtigen Präsidenten regiert. Diese Volksführer schwimmen im Geld, in Luxus und fühlen sich unantastbar und unfehlbar. Gleichzeitig leidet das Volk aber an Armut, Arbeitslosigkeit und Aussichtslosigkeit, trotz der reichen Bodenschätze, (Erdöl, Kupfer, Gewürze) die ihre Länder bieten.

Spätestens seit dem Vorfall in Libyen, als Ghadhafi die beiden schweizer Geschäftsleute Hamdani und Göldi festnehmen und einbunkern liess, herrscht in der Schweiz grosses Unverständnis und Kopfschütteln gegenüber dem Regime Ghadhafis und dessen eigenwillige Innen- und Aussenpolitik. Der oft Sonnenbrillen tragende Herrscher Ghadhafi führte die Schweiz, dessen Bundesräte und Diplomaten über ein Jahr lang an der Nase rum und demonstrierte uns eindrucksvoll, dass er sich über jeden und alles souverän hinwegsetzen kann und dass ein Rechtsstaat wie die Schweiz dagegen nichts unternehmen kann.

Nun aber hat das nordafrikanische Volk endgültig die Nase voll von Ihren Herrschern und beginnt langsam mit Aufständen und Protesten und bringt damit ihre Führer zu Fall. Tunesien und Ägypten hats bereits erwischt, Proteste gibt es nun auch in Jemen, Bahrain, Algerien und seit neustem eben auch in Libyen. Die Proteste in Libyen nehmen die meisten Schweizer wohl mit einem Lächeln zur Kenntnis und wünschen sich ein Ende der Herrschaft Ghadhafis. Doch davon sind die Libyer wohl noch weit weg entfernt, lässt sich Ghadhafi doch nicht ohne weitere Gegenwehr vom Thron stossen.

Wir Schweizer setzen uns nun hin, setzen uns die Brille auf und beobachten das Treiben im Norden Afrikas mit Argusaugen. Wir hoffen auf ein schnelles Ende mit einem guten Ausgang für das Volk und einem schlechten für das Regime. Doch bis dahin werden noch viele Kartoffeln, Salate, Pizzen, Kontaktlinsen, Shampoos und iPhones über die Ladentheke gehen.