Stundenlanges Arbeiten am Computer ob für die Arbeit oder spasseshalber während der Freizeit, bleibt keineswegs ohne Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden. Muskelverspannungen, Schmerzen an Hand, Ellbogen oder Wirbelsäule sind nur die Vornamen einer ellenlangen Beschwerdensliste. Ein Grossteil der Gesundheitsschäden durch die Bildschirmtätigkeit betrifft ausserdem die Augen. Während des ständigen Fixierens auf den Monitor, stürzt eine Flut von visuellen Reizen auf die Netzhaut der Augen ein. Dies geschieht aber nicht nur bei der konzentrationsabverlangenden Beschäftigung am Bildschirm, sondern auch beim Autofahren oder beim Lesen. Die häufigsten Sehschwierigkeiten treten im Nahbereich auf, was die Gefahr negativer Auswirkungen auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und damit auch die Leistungsfähigkeit mit sich bringt.

Im modernen Berufsleben gibt es immer mehr Tätigkeiten bei denen die Augenleistung eine zentrale Rolle spielt. Allen voran sind dies natürlich die vielfältigen Einsätze an Computern. Es gibt kaum noch eine Beschäftigung wo nicht mindestens zeitweise die Aufmerksamkeit dem Bildschirm gilt. Auch in Bereichen der Feinmechanik, Uhrmacherei und Elektronik ist die Augenarbeit immer auch Muskelarbeit und führt deshalb zu Ermüdung. Bereits während des Lesens eines kurzen Textes machen die Augen rund 200 ruckartige Bewegungen pro Minute. Solche Sakkaden, wie man sie im Fachjargon nennt, dienen dem Aufsuchen und der Fixierung der zu beobachtenden Objekte.

Zusätzliche Anstrengung erfordert das Einstellen des Sehapparats beim Wechsel der Sehentfernung, die Akkommodation. Normalerweise ist das Auge so eingestellt, dass sich nur weiter entfernte Gegenstände scharf auf der Netzhaut abbilden. Zur Naheinstellung braucht es wiederum Muskelarbeit, denn die Augenlinse wird stärker gewölbt. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Linse und damit die Akkommodationsleistung ab und es kommt zu Alterssichtigkeit. Dieser Vorgang ist eine völlig natürliche Erscheinung, die sich bei Normalsichtigen meist zwischen dem 40. Und 45. Lebensjahr bemerkbar macht. Beim Lesen müssen sie dann die Texte in grösserem Abstand vor die Augen halten und für anspruchsvolle Sehaufgaben benötigen sie eine bessere Beleuchtung. Dann ist es Zeit für die erste Lesebrille. Die Sehleistung am Arbeitsplatz hängt von verschiedenen Umständen ab. Wie die Forschung festgestellt hat, wirken sich der Grad des Wachseins und die Gemütslage auf die Reaktionszeit der Augenmuskeln aus: ausgeruhte und motivierte Menschen „schalten“ rascher. Die Leistung der Augenmuskeln kann bei Einnahme bestimmter Medikamente beeinträchtigt werden.

Auch wichtig ist der richtige Sehabstand und zwar derjenige, der für die Augen am bequemsten ist. Bei Arbeiten im Nahbereich gibt es grosse Unterschiede von Mensch zu Mensch. Die Streubreite umfasst etwa das Feld zwischen 50 und 150 Zentimetern. Für viele Sehaufgaben sollte also ein Spielraum zur individuellen Wahl angenehmer Arbeitssehdistanzen ermöglicht sein. Eine Hauptrolle für gutes Augenklima spielt die Beleuchtung. Vor allem an Arbeitsplätzen, die nur unzureichendes oder gar kein Tageslicht erhalten, treten häufig Augenbeschwerden auf. Sie lassen sich durch zweckmässiges Kunstlicht vermeiden. Entscheidend ist, dass zwischen Arbeitsplatz und Umgebung keine allzu grossen Helligkeitsunterschiede herrschen. Störend sind Glanzlichter und Spiegelungen auf dem Bildschirm; sie lassen sich durch indirekte Beleuchtung vermeiden oder zumindest vermindern.

Umfragen zeigen, dass gegen drei Viertel der an Bildschirmen arbeitenden Frauen und Männer gelegentlich über Sehbeschwerden klagen, wie Druckgefühl auf den Augen, Augenbrennen bis zur Bindehautentzündung, Lidzittern, Doppeltsehen, Flimmern und verschwimmende Bilder. Ausserdem treten Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie allgemeine Ermüdung auf. Zur Erleichterung der Bildschirmarbeit empfehlen sich folgende Vorkehrungen:

  • Wahl eines Gerätes, dessen Hintergrund nicht zu dunkel ist. Sonst werden die Helligkeitsunterschiede zwischen Umgebung und Bildschirm allzu gross und das Auge bekommt Mühe mit der raschen Hell-Dunkel-Anpassung (Adaptation).
  • Alte Kisten“ zeigen im Gegensatz zu modernen Geräten zuweilen die Unart geringerer Trennschärfe von Zeichen und Hintergrund; ausserdem treten hier gelegentlich Oszillationen auf wodurch das Schriftbild zu flackern scheint.
  • Beim Aufstellen der Bildschirme sollten die Fenster nach Möglichkeit seitlich liegen, also weder im Blickfeld noch im Rücken. Falls es nicht anders geht, Fenster und übermässig helle Wandflächen mit Vorhängen oder Rolläden verdunkeln. Sonst entstehen nämlich zu grosse Helligkeitsunterschiede oder unerwünschte Spiegelungen auf dem Bildschirm.
  • Die Beleuchtung muss seitlich angebracht sein, so dass sich auf dem Schirm keine Lichtreflexe abzeichnen.

Wie alle anderen Leistungserbringer unseres Körpers sind auch die Augen auf ausreichende Vitaminversorgung angewiesen. Als eigentliche „Augenaufsteller“ gelten die Vitamine der B-Gruppe. Daneben ist die genügende Zufuhr von Vitamin A, C und E erforderlich. Und noch ein Gesundheitstipp: viel trinken, denn das beugt die Austrocknung der Sehorgane vor!