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Archiv

Archiv für August 2010

Wenn ein Schiedsrichter behauptet bei einem Fussballspiel alle 22 Spieler gleichzeitig beobachten zu können, dann übertreibt er sehr wahrscheinlich und Beurteilungsfehler bezüglich Foule – kein Foule, Abseits – kein Abseits und so weiter sind dadurch auch keine Seltenheit. Forscher haben heraus gefunden, dass das menschliche Auge weit weniger bewegende Objekte gleichzeitig verfolgen kann als bisher angenommen wurde. Zwei Psychologen von England zweifeln daran, dass jemand mehr als acht bewegende Objekte gleichzeitig im Auge behalten kann. Dies gilt nicht nur für Fussballspiele, auch auf der Autobahn wo man meist mehr als acht Fahrzeuge um sich hat oder auf dem Spielplatz mit 20 Kindern…überall da ist das Auge stark gefordert und häufig auch überfordert. Besonders bei Überwachunssystemen der Polizei oder am Flughafen ist es sehr wichtig, dass der Bediener der technischen Anlage alles gleichzeitig im Auge behalten kann und den Überblick nicht verliert. Die beiden Forscher der Universität Cambridge unternahmen zu dieser Frage einen Test. Sie zeigten Ihren Testteilnehmern 16 bewegliche Punkte auf einem Bildschirm, welche ständig ihren Abstand zu einander veränderten, sich jedoch nie berührten. Dadurch waren die Punkte immer eigenständig auf dem Monitor zu erkennen. Dennoch gelang es keinem der Probanden mehr als acht Objekte gleichzeitig zu verfolgen auch wenn die Geschwindigkeit sehr langsam war. Die Forscher nehmen daher an, dass es eine obere Grenze gibt, bei der unser Hirn nicht mehr alle Elemente gleichzeitig verfolgen kann. Ausserdem fanden die Forscher heraus, dass je schneller sich die Punkte bewegten, desto weniger Objekte bleiben in ständiger Beobachtung. Bis zu einer Geschwindigkeit von 1cm pro Sekunde konnten die Probanden alle acht Elemente korrekt verfolgen. Aus früheren Untersuchungen nahm man an, dass die “magische Zahl” der maximal beobachtbaren Objekte bei vier liegen würde. Unser Gehirn ist also gemäss diesen neusten Studien doppelt so gut bei der Wahrnehmung von bewegten Objekten. Die Geschwindikeit alleine beeinflusste massgeblich die Ergebnisse. Bei einem Tempo von 15cm pro Sekunde konnten die Teilnehmer nur noch einen einzigen Punkt korrekt verfolgen. Diese Resultate könnten grossen Einfluss nehmen auf verschiedene verantwortungstragende Aufgaben, bei denen Menschen sich auf viele verschiedene bewegende Objekte konzentrieren müssen. Bei Flugüberwachungssystemen oder der Entwicklung neuer Computerspiele, sowie der Frage über die Anzahl notwendiger Schiedsrichter von Fussball-, Handball-, oder Basketballspielen ist es sicherlich von enormer Wichtigkeit jederzeit jede Art von Bewegung im Auge behalten zu können. Kontaktlinsen gibt es leider auch keine dafür. Yankee Candle.

Die Bindehautentzündung (medizinischer Fachausdruck „Konjunktivitis“) zählt mit unter zu den häufigsten Augenerkrankungen. In den meisten Fällen ist diese ungefährlich und kann einfach und schnell behandelt werden. Allerdings kann in einzelnen Fällen auch fachkundige, ärztliche Hilfe nötig sein.

Die Bindehaut, oder lateinisch Tunica conjunctiva, hat die Aufgabe unsere Augen vor schädlichen Fremdkörpern und Reizstoffen sowie vor Infektionen zu schützen. Doch die Bindehaut ist selbst ziemlich empfindlich und somit leicht reizbar. Typische Symptome einer solchen Entzündung ist ein Fremdkörpergefühl im Auge, Brennen, vermehrter Tränenfluss oder gar Schmerzen. Äusserlich ist dies besonders an den  vermehrt roten Augen zu erkennen (durch eine Verstärkte Durchblutung entsteht nämlich eine Augenrötung).

Um es gar nicht erst zu einer Bindehautentzündung kommen zu lassen, können einige vorbeugende Massnahmen befolgt werden. So sollten Sie bei bereits gereizten Augen unbedingt verrauchte Räume und starken Luftzug oder Wind vermeiden. Weiter ist das Tragen einer geeigneten „Brille“ ratsam: bei Sonneneinstrahlung sollten Sie auf keinen Fall auf eine Sonnenbrille verzichten; im Schwimmbad empfiehlt sich eine Schwimmbrille; beim Aufenthalt im Schnee hingegen eine Skibrille etc. Und „last but not least“ schützt ein intakter Tränenfilm Ihre Bindehaut. Deshalb sollten Sie stets darauf achten, diesen Schutzfilm aufrechtzuerhalten. Dies ist heute dank den auf dem Markt erhältlichen Produkten wie Augentropfen und künstlichen Tränenflüssigkeiten kein Problem mehr.

Sollte es dennoch einmal zu einer Entzündung der Bindehaut kommen, lässt sich diese in den meisten Fällen relativ rasch behandeln. In ganz leichten Fällen helfen meist einfach künstliche Tränen. Ist die Entzündung auf Grund einer Allergie entstanden, stehen meist verschiedene antiallergische Produkte zur Verfügung. Sollte es sich um eine bakterielle Entzündung handeln, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Und Vorsicht:  Bindehautentzündungen sind sehr ansteckend. Vermeiden Sie deshalb Augenreiben und waschen Sie regelmässig Ihre Hände.

Weiter rät es sich bei Schmerzen, auftretenden Sehstörungen oder sonstigen Unsicherheiten Ihrer Seite einen Arzt aufzusuchen, denn mit Ihren Augen sollten Sie vorsichtig umgehen!

Der aus Asien stammende Augenwurm Thelazia callipaeda wurde erstmals 1989 in Italien nachgewiesen. Seither hat er sich massiv verbreitet und wurde bereits 2004 im Tessin vermehrt angetroffen. Der sogenannte “Orient-Augenwurm”, der bis zu 2cm heranwachsen kann, infiziert vorallem Hunde und Füchse. Der parasititisch lebende Fadenwurm besiedelt als Endoparasit (“Innenschmarotzer”) verschiedene innerere Organe und sogar die Haut. Die Mehrheit der Fadenwürmer lässt sich im Verdauungstrakt nieder. Heutzutage sind bis zu 30 verschiedene Fadenwurmarten bei unseren Haushunden nachgewiesen. Die Meisten rufen bei erwachsenen Tieren keine oder nur eine sehr geringe Krankheitserscheinung hervor. Die meisten Würmer lassen sich nach einer Infektion durch die Untersuchung des Hundekots auf Eier oder Larven nachweisen. Einige Arten können jedoch auch auf den Menschen übergehen und zu gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb sollte eine regelmässige Entwurmung Ihres Lieblings nicht vernachlässigt werden, denn somit wird die Befallshäufigkeit und damit auch die Infektionsgefahr deutlich reduziert.

Der Augenwurm Thelazia callipaeda ist im Vormarsch und ist bereits im Südtessin bei 6% aller Hunde und über 11% aller Füchse nachgewiesen worden. Die Tendenz für seine Verbreitung ist stark ansteigend und die Gefahr gross, dass der Augenwurm die Alpen überquert und die Deutschschweiz besiedelt. Übertragen werden die Larven des Wurms von der Fruchtfliegenart Phortica variegata, die sich wie auch der Wurm von der Tränenflüssigkeit ernährt. Der Wirt für ihre Nahrung stellen hauptsächlich Füchse, Hunde und Katzen, aber auch Menschen dar. Wie der Name es schon sagt, besiedelt der Augenwurm die Augen seines Opfers und ernährt sich dabei von seiner Tränenflüssigkeit. In Asien sind es häufig alte Menschen und kleine Kinder betroffen, die von einer Infektion betroffen sind, da sie den ganzen Tag im Freien sind und damit eher mit der Fruchtfliege in Kontakt kommen. Auch in Europa wurden die Würmer bereits bei vier Menschen in Italien und Frankreich angetroffen. Der Augenwurm ist extrem lästig und verursacht schwere Augenentzündungen und Gewebeschäden. In einer neuen Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Phortica-Fliege sogar bei uns auf Futtersuche ist, vor allem im Tessin, aber auch in Zürich. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich der Augenwurm auch nördlich der Alpen etablieren kann. Die Übertragung geschieht über ihren eigenen Hund, über Füchse oder über die Fruchtfliege selber. Nach einem Aufenthalt im Tessin sollten Sie Ihren Hund deshalb gut im Auge behalten und bei allfälligen Augenproblemen Ihren Tierarzt kontaktieren.